Der Wettlauf um den Apfel nach Maß läuft auf Hochtouren. Das Erbgut des Apfels wird analysiert, erste Gentech-Sorten reifen bereits - der Apfel der Zukunft soll lagerfähiger, schmackhafter, makelloser und krankheitsresistenter sein, so berichtet der aktuelle SPIEGEL.

Ab 2010 werden die Obstbauern vermutlich mit den neuen Umweltrichtlinien der EU leben und ernten müssen, der Einsatz von Pestiziden wird weitestgehend verboten sein. Französische Studien weisen darauf hin, dass bís zu 90% der Ernten wegbrechen werden. Es wird Apfelgeschichte geschrieben, in dieser unserer Zeit.
Bis zu 12 Jahre vergehen, bis man neuzeitliche Apfelsorten überhaupt erst einmal probieren kann und der Spätentwickler Apfelbaum erstmals Früchte trägt. Das ist entschieden zu lang, und hier kommen die gentechnischen Tricks ins Spiel, die dem Apfelbaum weismachen, er sei bereits erwachsen und damit in der Lage zu blühen. Kreuzungen können sozusagen im Turbo vorgenommen und getestet werden - Orwell lässt grüßen.
Resistenzen gegen Krankheiten werden einfach eingekreuzt, und ist alles, wie es sein soll, wird das Frühblühen wieder ausgekreuzt und das Ergebnis ist ein Apfelbaum, der zwar Erbgut manipuliert, aber am Ende gentechnikfrei ist.
Die Traditionalisten unter den Pomologen stemmen sich gegen den Gentech-Apfel. 20.000 Apfelsorten weltweit müssten einen Erbgutschatz in sich bergen, der weitestgehend ungehoben sei, arguemntieren sie.
Allein in Deutschlands größter Apfelbibliothek in Pillnitz stehen 663 Apfelsorten. Auch Wildarten wachsen dort und manche Sorte, die Resistenzen gegen diverse Apfelkrankheiten in sich trägt. Diese Apfelgene finden durchaus das Interesse der Gentechniker, die pfiffig schlussfolgern: Wenn wir ein Apfelgen in den Apfel einbauen, könnte das Ergebnis auch auf natürlichem Wege geschehen sein,..Ausserdem dürfte die Akzeptanz bei den Verbrauchern höher sein, als bei Genmanipulationen mit artfremden Organismen.
In Kanada gibt es breits den transgenen Apfel, der nach dem Aufschneiden nicht braun anläuft. Und genau hier setzt spätestens die Mitverantwortung der Verbraucher ein. Brauchen wir Äpfel, die klinisch rein wirken, oder dürfen Äpfel wie Äpfel aussehen?
Fragen, die uns noch bewegen werden!
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